Empathie ist ein Schulfach zur Herzensbildung an dänischen Schulen

Stell Dir vor es gäbe in der Praxis ein Schulfach, das nachhaltig die empathischen Fähigkeiten von Kindern fördert und ihnen zu einer ausgereiften emotionalen Intelligenz verhilft. Ein Unterrichtsfach, das die Kleinen zu versierten Experten in der zwischenmenschlichen Interaktion und Meistern im Teamwork werden lässt. Du glaubst so ein Fach existiere in der Realität nicht? Falsch !

Seit 1993 Wirklichkeit in Dänemark

Dänische Pädagogen haben unlängst das essentielle Potential empathischer Fähigkeiten erkannt und mit dem Unterrichtsfach “ Empathie“ das dänische Schulsystem per Gesetz um einen kostbaren Unterrichtsinhalt bereichert. Mit seinem einzigartigen Inhalt hebt sich das Fach zielgerichtet von herkömmlichen Unterrichtsinhalten ab und beeinflusst die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder positiv.

Empathische Kinder sind Gewinner

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Wer frühzeitig eine ausgeprägte emotionale Intelligenz entwickelt, die sich direkt auf empathische Fähigkeiten stützt, lernt sich perfekt in andere Personen hineinzuversetzen, spielerisch Sympathien zu gewinnen und emotional intelligent zu handeln. Ausgestattet mit herausragenden empathischen Fähigkeiten entwickeln Kinder eine Persönlichkeit, die individuelle Emotionen und die Dritter zuverlässig wahrnimmt, ideal auf Bedürfnisse anderer reagiert und konstruktiv Lösungen erarbeitet.

Empathie als Erfolgsfaktor

Das Schulfach “ Empathie“ ist seit dem Kalenderjahr 1993 fest im dänischen Schulsystem bzw. im Lehrplan verankert. Wöchentlich erhalten die Schüler die Möglichkeit ihre emotionale Intelligenz permanent weiterzuentwickeln und erlernen im Rahmen der Unterrichtseinheiten kostbare Beziehungsfähigkeiten, die nicht immer zu Hause erlernbar sind oder von Bezugspersonen häufig unzureichend vermittelt werden. Empathie schlägt eine Brücke zwischen der eigenen Persönlichkeit und der Umwelt, schärft die Fähigkeit konstruktiv diskutieren und emotional intelligent handeln zu können.

Der Einzelne steht im Vordergrund…

Eine Unterrichtsstunde “ Empathie“ folgt in der Regel einem groben Muster, das sich tatsächlich aber in keine starren Schemata pressen lässt. Demnach reagieren die Erzieher und Pädagogen stets auf die individuellen Bedürfnisse ihrer jeweiligen Schüler. Sie agieren emotional intelligent und fungieren demnach als Vorbilder für die Heranwachsenden. Im Fokus jeder Unterrichtsstunde stehen daher die persönlichen Probleme und Schwierigkeiten der einzelnen Kinder, die detailliert vorgetragen werden können. Im Kollektiv werden diese Themen empathisch diskutiert, um im Nachgang gemeinsame Lösungsansätze herauszuarbeiten. Dieses Modell unterstreicht die Kraft der Gemeinschaft und animiert den Einzelnen sich vertrauensvoll gegenüber der Gruppe zu öffnen. Gleichzeitig stärkt das Konzept das Vertrauen in die Gemeinschaft, da zusammen eine verhältnismäßig stärkere und konstruktivere Lösungskraft generiert werden kann.

Empathie als Geheimwaffe gegen Jugendgewalt

Der hohe Nutzen des Unterrichtsfaches ist objektiv unbestritten, da die Lerninhalte die Kleinen einfühlsamer, verständnisvoller und emotional intelligenter agieren lassen. Ein ausgereiftes Einfühlungsvermögen stellt in der zunehmend anonymer und emotional kälter werdenden Gesellschaft einen Lichtblick dar, der zwischenmenschliche Interaktion auf ein neues Niveau hebt. Ein Niveau, das Egoismus und soziale Isolation aufbricht und menschliche Beziehungen verbessert. Das Erlernen von Empathie ist ein essentieller Schlüsselfaktor bei der Persönlichkeitsentwicklung, der positiv sämtliche Lebensbereiche beeinflusst. Derjenige der empathisch handelt, wird daher im Privat- und Berufsleben langfristig erfolgreicher sein als eine Person die über keine emotionale Intelligenz verfügt.

Entschärft Probleme und Konflikte

Deshalb sollte diskutiert werden, ob das dänische Modell in der Praxis nicht auch in die Lehrpläne anderer Länder einzubinden ist, um den Jüngsten weitsichtig wertvolles Wissen zu vermitteln. Das Schulfach “ Empathie“ besitzt aufgrund seiner essentiellen Inhalte, das Potential mit klassischen Fächern gleichgesetzt zu werden. Handeln Kinder empathisch, wirkt dies wie ein Erfolgsfaktor, der menschliche Interaktionen verbessert, Problemsituationen entschärft und Lösungsstrategien eröffnet.


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Empathie beeinflusst Lebensweg

Denn lediglich derjenige, der eigene Gefühle und die Emotionen Dritter korrekt einordnet und konstruktiv und emotional intelligent mit ihnen umgeht, ist für alle Herausforderungen des Lebens bereit. Eine ausgereifte Gefühlskompetenz besitzt demnach das Potential unmittelbar über vermeintliche Erfolge oder Misserfolge auf dem Lebensweg zu entscheiden.

Das Unterrichtsfach formt Kinder

Der Wunsch nach einer flächendeckenden Etablierung des Unterrichtsfaches “ Empathie“ ist gleichzeitig ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit. Nur wenn Kinder rechtzeitig empathische Fertigkeiten entwickeln, kann ihre Herzensbildung; ihr natürlicher Drang nach einer einfühlsamen Interaktion, vorangetrieben werden. Experten werten das Unterrichtsfach als direktes Gegenkonzept zu Jugendgewalt und unmenschlichen Verhaltensweisen. Empathie eicht die Kinder auf Einfühlsamkeit und Verständnis und formt sie zu verantwortungsvollen, selbstbewussten Erwachsenen.

Empathie muss zwingend erlernt werden

Laut Forschern ist Empathie niemals angeboren, sondern muss zwingend erlernt werden. Die moderne psychologische Forschung ersetzt den Begriff “ emotionale Intelligenz“ durch den der “ emotionalen Kompetenz“. Gemäß diesem Verständnis überschneidet sich Empathie direkt mit den 5 wichtigsten Persönlichkeitsmerkmalen, die Kinder zu empathischen und sozial verträglichen Erwachsenen werden lassen. Diese “ Big 5″ sind neben Geselligkeit, gute Laune, Empathie, Erlebnishunger und Durchsetzungsfähigkeit.

Würde das Fach Empathie weltweit an allen Schulen unterrichtet werden, würde die Welt ein Stück menschlicher und lebenswerter; teile diese Erkenntnis mit Dritten…